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Heilige Steinhaufen in der Mongolei

Was bedeuten diese Steinhaufen in der Mongolei und wie heißen sie? Man nennt einen solchen Steinhaufen Ovoo oder Obo.

In der alten Zeit haben die Menschen Schilder aufgestellt, um andere über ihre Wege, Raubplätzen, Orte, an denen sie leben konnten, oder an denen Gefahr drohte, zu informieren und auch, um das eigene, gerade genutzte Land, anzuzeigen. Anfangs hinterließen sie Informationen, indem sie auf Bäume zeichneten, indem Schnitte machten, Löcher in den Boden gruben oder Steine sammelten und anhäuften. Es wird sogar behauptet, dass die Schnitte in das Holz zu Schriften führten und die Holz- und Steinhaufen bildeten. Während der Entwicklung, Auflösung und Trennung von Stammesorganisationen diente dann der Obo, auch Ovoo genannt, zur Abgrenzung des Territoriums.

Später entwickelten sich Ovoos in Verbindung mit dem Schamanismus. Schamanen bauten solche Steinhaufen für die Anbetung und wählten Orte, an denen Landbesitzer und Geister in Verbindung treten konnten.

Ovoos befinden sich meist an markanten Stellen, wie auf Erhöhungen, auf Gebirgspässen, auch an wichtigen Straßen.

Steinhaufen in der Mongolei

Der Aufbau der Obos, der Steinhaufen in der Mongolei

Das Wichtigste des Ovoo ist der Baum, der in der Mitte steht. Er wird auch Sorogshin-Baum genannt wird, was wörtlich übersetzt heißt: Alte Knochen und bunte Bänder sammeln sich am Ovoo. Die Farben der Bänder haben eine Bedeutung: So bedeuten blaue Bänder für alle gute Seele und Frieden.

Dem Steinhaufen die Ehre erweisen?

Einheimische gehen nicht einfach an diesen Steinhaufen in der Mongolei, an ihren Ovoos, achtlos vorbei. Sie steigen vom Pferd, stoppen ihr Auto oder machen eine Pause, wie immer sie gerade unterwegs sind. Sie gehen zum Obo, opfern ein paar Krümel oder Tropfen ihres Proviants. Wenn sie mit dem Pferd gekommen sind, zupfen sie ihm ein paar Haare aus und binden diese an den Obo. Außerdem legt man Steine dazu, geht nach Uhrzeiger bis dreimal um den Obo herum und sagt zu sich: „Gute Fahrt, viel Glück!“

Ovoo Obo in der Mongolei

Übrigens:

Wenn Sie es eilig haben (was Mongolei-Urlaub ja nicht der Fall sein sollte), nehmen Sie den Fuß vom Gaspedal und sagen den Segen „Es lebe Ulzii Khutag“, das bedeutet soviel wie „alles Gute“.

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Ovoo in Kharkhorin
Ovoo in Kharkhorin.