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Mongolen als Nomadenvolk

Die folgenden Informationen sind von mir als Mongole zusammengefasst. Sie spiegeln meine Erfahrungen und mein Wissen wider – auch über die Geschichten, die ich kenne, über die Besuche bei Nomadenfamilien. Aber die Lebensart der Mongolen lässt sich nicht wenige Worte fassen … dennoch möchte ich versuchen, Ihnen einige Eindrücke zu geben.

Die Lebensart der Nomaden

Die Nomaden leben in der Natur. Schon seit der Kindheit wachen sie auf mit dem Blick über die grenzlos weite Natur. So ist für die Mongolen die Natur die Mutter, der Berg ist der Vater. Sie schauen immer weit in die Steppen, was sich auf ihr Leben auswirkt. Mongolen haben weite Gedanken und sind geografisch sehr gut orientiert. Dieses Verhalten hält in städtischen Gebieten an. Die Bewohner von Ulaanbaatar reisen am Wochenende weit weg von der Stadt, fahren in den Sommerferien aufs Land und genießen die Aussicht auf die Landschaft.

Die Mongolen sind ein sehr geduldiges Volk. Die Landbevölkerung ist körperlich fit und stark. Bei den Mongolen sind Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen sehr eng und zusammenhängend. Die Kinder werden bei den Eltern und Großeltern in einer Jurte erzogen. In der Jurte wird zusammen gekocht, gegessen und geschlafen. So führen die Nomadenfamilien eine lebendige Beziehung miteinander und pflegen eine herzliche familiäre Atmosphäre, auch geprägt vom großen Respekt vor älteren Leuten. Die Kinder erfahren von Eltern und älteren Leuten durch Erzählen die Volkslehre, Sprichwörter, Redewendungen und Rätsel, auch solche, die schon vor mehreren hunderten Jahren vom Nomadenvolk stammen.   

Hinter den Sprichwörtern und Redewendungen stehen meist tiefe Bedeutungen und Weisheiten über Beziehungen und Liebe zwischen Menschen, Tieren, der Umwelt, Naturwissen und auch Sicherheit des Kindes. Beispielsweise: Wissen ist am reichsten, Kinder sind reicher, Pferde und Herden sind reich. Übertragend ist das so gemeint, dass Wissen wichtiger als Eigentum ist. Eine umfangreiche Sammlung mongolischer Sprichwörter gibt es hier.

Kinder werden niemals geschimpft und geschlagen, Eltern und ältere Leute verhalten sich immer beispielhaft für ihre Kinder. Zahlreiche Geschichten und Märchen dienen außerdem der Erziehung. So werden Kinder die Geschenke nicht gleich auspacken, wenn jemand etwas schenkt. Aber werden sie sich sehr darauf freuen.

Kinder bei Nomaden. Gut zu hören mit Klingel am Schuh.

Bei einigen unserer Reisen besuchen wir Nomaden und übernachten auch dort. 
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